- Autor:innen
- Moritz Zackariat
- Versionsnummer
- 1.0
- Veröffentlichungsdatum
-
3. Dezember 2025
- Projekt
- Diese Publikation wurde erstellt im Rahmen des Projektes Monatsauswertung Strommarkt Deutschland.
Agorameter Review: Der deutsche Strommix im November 2025
Monatliche Analyse der Entwicklungen und Trends der Stromerzeugung in Deutschland sowie ausgewählte Themen darüber hinaus. Regelmäßige Updates zu aktuellen Veränderungen der Anteile von konventionellen und Erneuerbaren Energien sowie CO₂-Emissionen des deutschen Strommix.
Wie setzte sich der deutsche Strommix im November zusammen?
Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung lag im November 2025 – nach bereits starkem Abschneiden in den vorangegangenen Herbstmonaten – bei 48 Prozent. Damit erreichten die Erneuerbaren einen bemerkenswert hohen Wert, denn im Herbst und Winter liegt ihr Anteil üblicherweise unter dem Jahresschnitt. Insbesondere die Windenergie blieb prägend und deckte als stärkste Erzeugungstechnologie rund 30 Prozent der gesamten Stromproduktion ab.
Gleichzeitig zeigte sich weiterhin ein großer Anteil thermischer Kraftwerke im Spätherbst. Erdgas-, Braun- und Steinkohlekraftwerke kamen zusammen auf etwa 47 Prozent der gesamten Stromerzeugung, um den steigenden Verbrauch zu Beginn der kalten Jahreszeit abzudecken. In einem klimaneutralem Stromsystem wird dieser Anteil künftig durch einen Mix aus flexibel einsetzbaren, brennstoffbasierten Kraftwerken (auf Basis von Wasserstoff und anderen strombasierten Energieträgern), einem deutlich ausgebauten europäischen Stromhandel sowie einer stärkeren Flexibilisierung der Stromnachfrage – etwa durch Speichertechnologien – gedeckt. (Agora Think Tanks, Prognos AG, Öko-Institut e. V., Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, Universität Kassel (2024): Klimaneutrales Deutschland. Von der Zielsetzung zur Umsetzung – Vertiefung der Szenariopfade.)
Die Emissionen der deutschen Stromerzeugung sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um ein Prozent.
Wie hat sich die Stromerzeugung im November 2025 gegenüber November 2024 verändert?
Im November 2025 zeigten sich gegenüber dem Vorjahresmonat deutliche strukturelle Veränderungen in der deutschen Stromerzeugung. In Summe legten die Erneuerbaren Energien um rund 1 Terawattstunde (TWh) zu. Das Plus verteilte sich vor allem auf Photovoltaik (+0,9 TWh) sowie Windenergie auf See (+0,5TWh).
Einen besonders starken Anstieg gab es bei der Erdgasverstromung, die gegenüber November 2024 um 1,3 TWh zulegte. Hauptgründe waren die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen, die den Strombedarf – auch durch verstärkte Nutzung elektrischer Heizsysteme – ansteigen ließen, sowie der deutliche Rückgang der Großhandelspreise von 44 EUR/MWh (2024) auf 31 EUR/MWh (2025).
Demgegenüber verzeichneten Braunkohle (- 1 TWh) und Steinkohle (-0,7 TWh) nochmals deutliche Rückgänge. Damit verloren die Kohlekraftwerke zusammen über 1,7 TWh an Erzeugung und setzten ihren Rückgang fort.