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Vom Hausdach in den Strommarkt

Wer installiert bisher PV-Dachanlagen und aus welchen Gründen? Ein Überblick

Vom Hausdach in den Strommarkt

3.1 Sozioökonomischer Hintergrund von Haushalten mit PV-Dachanlagen

Der große Teil der privaten PV-Dachanlagen befindet sich auf Ein- und Zweifamilienhäusern (EFH/ZFH). In Deutschland gibt es rund 19,7 Mio. Wohngebäude, davon sind etwa 68 Prozent Einfamilienhäuser (dena 2026). Laut Zensus 2022 (Zensus 2022) liegt die Eigentumsquote bei Einfamilienhäusern zwischen 80 und 90 Prozent. Der private Ausbau von PV wird somit maßgeblich von Eigentümerhaushalten in Einfamilienhäusern getragen. Im Folgenden wird verglichen, inwiefern sich innerhalb der Gruppe der EFH-Besitzer Haushalte mit PV-Anlage von denen unterscheiden, die keine PV-Anlage besitzen. Dafür verwenden wir die Daten einer repräsentativen Befragung von EFH-Besitzern in Deutschland der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND 2025) sowie Daten des Wärme- und Wohnen-Panels (Frondel et al. 2023, Gerster et al. 2025). Die Verbreitung von PV-Dachanlagen auf Einfamilienhäusern variiert dabei je nach Datensatz und Quelle. Unter allen EFH-Eigentümerhaushalten lag der PV-Anteil im Wärme- und Wohnen-Panel bei 20 Prozent im Jahr 2021 (Gerster et al., 2025) und bei 36 Prozent in der IKND-Befragung aus dem Jahr 2025 (IKND 2025). Zahlen basierend auf dem Marktstammdatenregister deuten jedoch auf eine geringere Verbreitung hin, mit beispielsweise 13 Prozent im Jahr 2023 (KfW Research 2024). Möglich ist, dass ein Teil der Abweichungen der Werte durch den gestiegenen Ausbau an Balkonsolar in den vergangenen Jahren bedingt ist, welcher in den Datensätzen nicht differenziert erfasst wurde. Darüber hinaus gaben rund 26 Prozent der Haushalte an, in den nächsten fünf Jahren in eine PV-Anlage investieren zu wollen, was bei 13,5 Mio. EFH rund 3,5 Mio. zusätzlichen PV-Anlagen auf EFH entsprechen würde. 38 Prozent der Befragten planen keinen Kauf einer PV-Anlage.

Einkommen und Vermögen

Insgesamt unterscheiden sich Haushalte mit Immobilienbesitz deutlich von Mieterhaushalten. So weisen diese beispielsweise substanziell höhere Nettovermögen3 auf. Betrachtet man dabei jeweils den „mittleren“ Wert – also den Betrag, bei dem die Hälfte der Haushalte mehr und die andere Hälfte weniger besitzt – ergeben sich für 2023 folgende Größenordnungen: Vollständig entschuldete Immobilieneigentümer haben ein Nettovermögen von etwa 450.200 Euro, Eigentümerhaushalte mit noch laufenden Hypotheken von etwa 379.900 Euro. Mieterhaushalte verfügen demgegenüber nur über ein Nettovermögen von rund 18.300 Euro (im Median) (Deutsche Bundesbank 2025). Auch bezogen auf das Haushaltseinkommen sind deutliche Unterschiede zwischen Haushalten, die ein EFH besitzen und solchen ohne, ersichtlich. So lag das monatliche Haushaltsnettoeinkommen der gesamtdeutschen Haushalte 2025 in der Mitte der Verteilung (Median) bei 3.176 Euro; ein Viertel der Haushalte musste mit weniger als 1.970 Euro im Monat auskommen (Destatis 2025). Bei den Eigentümerhaushalten lag der Median in den Daten des Wärme- und Wohnen-Panels im Jahr 2021 hingegen in der Einkommensklasse 3.700 bis 4.200 Euro, und lediglich 9 Prozent der Haushalte gaben an, über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 2.200 Euro zu verfügen.4 Haushalte, die ein EFH besitzen, sind somit deutlich wohlhabender und verfügen über höhere Haushaltseinkommen als Haushalte, die kein EFH besitzen. Auch innerhalb der Gruppe von EFH-Eigentümern verfügen Besitzer von PV-Anlagen tendenziell über höhere Einkommen als Haushalte in der Gruppe ohne PV. Wie in Abbildung 5 ersichtlich, sind Haushalte ohne PV-Anlage häufiger in den unteren Einkommensklassen vertreten, während Haushalte mit PV-Anlage überproportional mittlere und höhere Einkommen haben und eher das Risiko einer Investition eingehen.

Bei ausschließlicher Betrachtung von Haushalten mit hohen Einkommen wird deutlich, dass in diesem Segment weiterhin Potenzial für zusätzlichen PV-Zubau besteht. Im Wärme- und Wohnen-Panel verfügten im Jahr 2021 rund 25 Prozent der EFH-Eigentümerhaushalte mit einem monatlich verfügbaren Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.700 Euro über eine PV-Anlage. In der IKND-Befragung lag der Anteil der EFH-Eigentümerhaushalte mit PV-Anlage in der Gruppe mit mehr als 5.000 Euro monatlichem verfügbarem Nettoeinkommen bei etwa 45 Prozent. Je nach Datensatz, und damit auch Erhebungszeitpunkt, besitzt somit innerhalb der Hochverdienergruppe erst rund ein Viertel bis knapp die Hälfte der EFH-Eigentümer und -Eigentümerinnen eine PV-Anlage. Diese Gruppe stellt etwa 25 Prozent aller EFH-Eigentümer dar. Das bedeutet: Für rund 12 Prozent des gesamten EFH-Bestands, also etwa 1,6 Mio. Einfamilienhäuser, erscheint ein PV-Zubau aus finanzieller Perspektive grundsätzlich realistisch.

Besitz weiterer dezentraler Energietechnologien

Auffällig ist, dass der Besitz einer PV-Anlage eng mit der Nutzung weiterer dezentraler Energietechnologien verknüpft ist (siehe Abbildung 6). Haushalte mit PV verfügen deutlich häufiger auch über Batteriespeicher, Wärmepumpen, Wallboxen und Elektroautos oder Home-Energy-Management-Systeme als Haushalte ohne PV oder mit lediglich geplanter Anschaffung. PV-Eigentümer investieren somit häufig auch in die Elektrifizierung von Wärme und Mobilität und verfügen dadurch (theoretisch) über größere Möglichkeiten, Strombezug und -einspeisung zu flexibilisieren. Änderungen der Förderarchitektur oder der Netzentgeltstruktur betreffen diese Gruppe daher in verschiedenen Rollen als Stromerzeuger, Prosumer und Nutzer weiterer Infrastruktur.

Rund 8 Prozent aller befragten EFH-Eigentümer, hochgerechnet etwa 1,1 Mio. der 13,5 Mio. Einfamilienhäuser in Deutschland, planen neben einer PV-Anlage auch die Anschaffung einer Wärmepumpe und eines Elektroautos oder verfügen bereits über diese Technologien. Insgesamt beabsichtigen zudem mindestens 13 Prozent aller EFH-Haushalte, also rund 1,7 Mio. Einfamilienhäuser, eine PV-Anlage sowie entweder ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe zu erwerben.

Aktuell besitzen 3 Prozent aller EFH-Haushalte ein Elektroauto, aber noch keine PV-Anlage; zwei Drittel dieser Haushalte planen jedoch den PV-Zubau. Fünf Prozent verfügen bereits über eine Wärmepumpe ohne PV-Anlage, von denen knapp ein Drittel eine PV-Anschaffung vorsieht. Dies weist darauf hin, dass Investitionen in andere dezentrale Energietechnologien häufig ein Impuls für zusätzliche Investitionen in PV-Anlagen sein können und in naher Zukunft weiteres realisierbares Potenzial für den Zubau von PV-Dachanlagen besteht.

Soziodemographische Informationen

Unter den befragten EFH-Eigentümern und -Eigentümerinnen (IKND, 2025) zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Haushaltsgröße und PV-Nutzung beziehungweise -Kaufabsicht. Mit steigender Haushaltsgröße nimmt die Verbreitung von PV-Anlagen sowie die Kaufbereitschaft deutlich zu, während der Anteil der Haushalte ohne jegliche Kaufabsicht ab drei Personen deutlich abnimmt. So ist der Anteil der Haushalte ohne Kaufabsicht in Ein- und Zweipersonenhaushalten mit 43 Prozent beziehungsweise 49 Prozent am höchsten, während er bei Mehrpersonenhaushalten lediglich zwischen 20 und 27 Prozent liegt. Rund ein Drittel der Haushalte mit mehr als zwei Personen plant den Kauf einer PV-Anlage.

Knapp die Hälfte dieser Ein- und Zweipersonenhaushalte wird von Rentnern und Renterinnen bewohnt. Heutige Rentnerhaushalte besitzen weniger häufig eine PV-Anlage oder weitere Technologien als Erwerbstätige. In Haushalten, die bereits weitere Energiewendetechnologien (E-Auto, Wärmepumpe, Batteriespeicher) nutzen oder einen Kauf anvisieren, sind rund 18 Prozent der Befragten im Ruhestand und rund 80 Prozent berufstätig, während in Haushalten ohne entsprechende Technologien der Anteil der Rentner bei 42 Prozent, der Berufstätigenanteil bei rund 51 Prozent liegt. Ein ähnliches Muster zeigt sich beim Blick auf Photovoltaik: Unter den heutigen PV-Nutzern stellen Rentner knapp 30 Prozent; unter den Haushalten, die in diesem Zeitraum keine PV-Investition planen, ist der Anteil an Rentnern mit gut 43 Prozent deutlich höher. Insgesamt sind Rentnerhaushalte damit in den Gruppen mit vorhandenen oder geplanten Investitionen in PV und andere Energiewendetechnologien klar unterrepräsentiert und konzentrieren sich überproportional in der Gruppe ohne Nutzung und ohne Investitionspläne. Zugleich gaben rund 27 Prozent der Befragten an, keine PV-Anlage zu wollen, da sich diese in ihrem Alter nicht mehr lohne.

Auch beim formellen Bildungsgrad sind deutliche Unterschiede erkennbar. Je mehr Technologien wie PV-Anlage, Elektroauto, Wärmepumpe und Stromspeicher in einem Haushalt vorhanden sind, desto höher ist im Mittel der formale Bildungsabschluss der dort lebenden Personen. In Haushalten, die alle vier Technologien kombinieren (möchten), verfügen rund 41 Prozent der Befragten über einen Hochschulabschluss und weitere 19 Prozent über Abitur, wohingegen dies in Haushalten ohne PV-Anlage beziehungsweise ohne PV-Kaufabsicht nur auf 18 beziehungsweise 13 Prozent zutrifft.

Gebäudealter und regionale Unterschiede

Der historische PV-Zubau auf Wohngebäuden ist über die Gebäudealtersklassen hinweg unterschiedlich verteilt (siehe Abbildung 7). Neuere Häuser verfügen deutlich häufiger über PV-Anlagen als ältere Gebäude, insbesondere bei Baujahren nach 2000 beziehungsweise 2010. Ein wesentlicher Erklärungsansatz könnte in den institutionellen und planerischen Rahmenbedingungen liegen: Seit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV), des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sowie der Solarpflicht in manchen Bundesländern bestehen verschärfte energetische Anforderungen, die eine stärkere Berücksichtigung Erneuerbarer Energien im Gebäudekonzept vorsehen. Zudem erlaubt die frühe Planungsphase im Neubau eine technisch integrierte Auslegung von PV-Systemen (zum Beispiel Dachstatik, Leitungsführung, Flächenkonzepte). Mögliche Erklärungsfaktor könnte zudem sein, dass bei älteren Gebäuden häufiger Sanierungsbedarfe auftreten, wodurch Maßnahmen an der Gebäudehülle und die Installation von PV-Anlagentechnik, und daher Investitionskosten, zeitlich zusammenfallen. Zudem wird in der Literatur diskutiert, dass in energetisch schlechteren Bestandsgebäuden („worst performing buildings“) tendenziell häufiger Haushalte mit geringerem Einkommen wohnen (Agora Energiewende und Fraunhofer IEE 2025, Öko-Institut 2022), was ein weiteres Investitionshemmnis für (nachträgliche) PV-Installationen darstellen kann.

Laut amtlicher Statistik lebt rund drei Viertel der deutschen Bevölkerung in (groß-)städtischen Räumen(Statistisches Bundesamt 2025). Im ländlichen Raum ist der Anteil an Einfamilienhäusern dagegen deutlich höher. In den Daten zeigt sich jedoch, dass der Siedlungstyp nur gering mit der Verbreitung von PV zusammenhängt: Der Anteil von Haushalten mit und ohne PV beziehungsweise mit PV-Kaufabsicht ist über die Siedlungstypen hinweg ähnlich verteilt. Sowohl unter den Haushalten mit vorhandener PV-Anlage oder mit PV-Kaufintention sowie bei Haushalten ohne PV lebt jeweils etwa knapp die Hälfte der Befragten in ländlichen beziehungsweise dörflichen Räumen, knapp ein Drittel in kleinstädtischen Kontexten und die verbleibenden 22 bis 26 Prozent in (groß-)städtischen Lagen. Auffällig ist lediglich, dass Haushalte, die in mehrere dezentrale Energietechnologien investieren (PV, Wärmepumpe, E-Auto, Speicher), etwas häufiger in (groß-)städtischen Lagen anzutreffen sind.

Deutlich ausgeprägter zeigen sich regionale Unterschiede: Karten auf Kreisebene verdeutlichen eine hohe Bestandsdichte von PV-Dachanlagen insbesondere in Süddeutschland, etwa in weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, während in vielen nordwest- und ostdeutschen Regionen der Anteil von Haushalten mit PV-Anlagen deutlich geringer ausfällt (Rode 2024). Diese Muster dürften sowohl mit unterschiedlichen Solarerträgen (bessere Einstrahlungsbedingungen im Süden) als auch mit regionalen Einkommens- und Vermögensunterschieden zusammenhängen, die die Investitionsfähigkeit der Haushalte beeinflussen. Zugleich befinden sich viele Regionen mit bislang niedrigen Verbreitungsraten in einem Aufholprozess: Sie verzeichneten in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich hohe Zubau-Wachstumsraten. Damit tragen sie einerseits zu einer schrittweisen regionalen Angleichung der PV-Nutzung bei (Rode 2024), andererseits bedeutet das, dass zukünftig auch Haushalte in strukturschwachen und vermögensärmeren Regionen von externen Strompreisentwicklungen unabhängiger werden und somit gegebenfalls vor Preissteigerungen geschützt werden.

Schlussfolgerungen aus den sozioökonomischen Befunden

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass sich PV-Dachanlagen und weitere dezentrale Energietechnologien meist in sozioökonomisch besser gestellten Segmenten konzentrieren. Überdurchschnittlich häufig investieren Haushalte mit höheren Einkommen und Vermögen, höherem Bildungsniveau, hoher Erwerbsbeteiligung und vergleichsweise neuen Gebäuden. Diese Gruppen haben mit ihrem Privatkapital maßgeblich dazu beigetragen, dass der Solarzubau im Kleinanlagensegment in den vergangenen Jahren das heutige Niveau erreichen konnte. Dabei haben die Regelungen des EEG den Zubau unterstützt, insbesondere in den Phasen, in denen Verbraucher mit hohen Verbräuchen und hohen Eigenverbrauchsquoten noch die Ausnahme waren.

Regional zeigen sich nach wie vor Unterschiede beim Ausbau von Kleinanlagen: In einigen Regionen ist die PV-Dichte privater Dachanlagen bereits hoch, während andere Gebiete deutlich hinterherhinken. Auffällig ist jedoch, dass insbesondere Regionen mit bisher niedriger PV-Durchdringung in den letzten Jahren höhere Zubau-Wachstumsraten verzeichnen. Das deutet darauf hin, dass ein Nachholeffekt einsetzt, allerdings von einem niedrigen Ausgangsniveau aus. Vor diesem Hintergrund rückt zunehmend die Frage in den Fokus, wie bisher nicht aktive Haushalte systematisch erreicht werden können.

3.2 Gründe, warum Haushalte in PV investieren

Die Entscheidung privater Haushalte für eine PV-Anlage beruht typischerweise nicht auf einem einzelnen Motiv, sondern auf einem Bündel aus ökonomischen, ökologischen und psychosozialen Gründen. Die IKND-Befragung bestätigt dabei Muster, die auch in der sozialwissenschaftlichen Literatur beschrieben werden (siehe zum Beispiel Korcaj et al. 2015): Haushalte investieren, wenn sich finanzielle Vorteile, ein als sinnvoll erlebter Beitrag zum Klimaschutz und ein Zugewinn an Unabhängigkeit gleichzeitig realisieren lassen, das persönliche Umfeld PV-Anlagen gut findet und die Investition als gut machbar wahrgenommen wird. Vor allem drei Aspekte werden von einem Großteil der Haushalte als zentrale Gründe genannt, weshalb sie in eine ­PV-Anlage investiert haben (IKND, 2025):

  1. Senkung der Stromkosten: Für eine deutliche Mehrheit ist die Aussicht auf geringere Energiekosten ein wichtiges Einzelmotiv. PV wird als Möglichkeit gesehen, den steigenden Strompreisen langfristig zu begegnen.
  2. Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz: Ebenfalls für einen großen Teil der Befragten ist die Reduktion von Treibhausgasmissionen und der Ausbau Erneuerbarer Energien ein zentrales Motiv. Viele Haushalte möchten einen Beitrag zum Klimaschutz und der Energiewende leisten.
  3. Unabhängigkeit von Energieversorgern und Strompreisentwicklung: Der Wunsch nach größerer Autonomie von Energieversorgungsunternehmen und volatileren Strompreisen spielt für ähnlich viele Haushalte eine große Rolle. PV wird als Baustein persönlicher Versorgungssicherheit wahrgenommen, in weiterer Literatur insbesondere in Kombination mit Speichertechnologien (siehe z. B. Berneiser et al. 2022).

Außerdem spielen weitere Aspekte wie die Wertsteigerung der Immobilie, positive Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis sowie das Interesse an innovativer Haus- und Energietechnik für einige der Befragten ebenfalls eine wichtige Rolle. Auffällig ist, dass die Relevanz der Beurteilung des Freundeskreises bei denjenigen (zumindest retrospektiv) ausschlaggebender war, die bereits PV nutzen, und weniger bei denjenigen, die vorhaben, in PV zu investieren. Aktuelle PV-Haushalte betonen im Rückblick zudem stärker qualitative Aspekte wie Zukunftssicherheit und Langlebigkeit der Anlagen (jeweils über 30 Prozent) sowie positive Erfahrungen im Bekanntenkreis und das Gefühl, dass eine PV-Anlage „zu einem Haus dazugehört“ (jeweils rund 24 Prozent). Haushalte mit Investitionsplänen heben dagegen etwas häufiger den Schutz vor Stromausfällen und Lieferengpässen hervor (29  Prozent) als Haushalte, die bereits eine PV-Anlage haben. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit weiteren Studien, die zeigen, dass sich die Motive für den Kauf einer PV-Anlage mit zunehmender Marktdiffusion verschieben. Frühe PV-Besitzer waren überdurchschnittlich einkommensreich, gut gebildet und ökologisch orientiert; nicht zu unterschätzen ist jedoch der Einfluss von Lebensstilen, Wertorientierungen und sozialen Normen (Vibrans et al. 2023), die maßgeblich dazu beitrugen, dass im weiteren Diffusionsverlauf auch weniger typische Haushalte eine PV-Installation in Erwägung zogen. Konkret zeigt sich, dass bei den späteren Käufen von PV-Dachanlagen wirtschaftliche Erwägungen stärker in den Vordergrund rücken als Umweltmotive oder Technologiebegeisterung (Palm 2018).

Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen der IKND-Umfrage wider: Nur ein Teil der Befragten, die planen, in den nächsten fünf Jahren eine PV-Anlage zu kaufen, nannte eine Förderung explizit als wichtigen Anschaffungsgrund (15 Prozent). Gleichzeitig gaben jedoch über 52 Prozent an, für die Finanzierung auf staatliche Förderung angewiesen zu sein, 36 Prozent sehen sich in der Lage, eine PV-Anlage ohne Förderung zu finanzieren, und knapp 12 Prozent sind unsicher. Die Entscheidung für PV wird somit primär mit Kostenersparnis, Klimanutzen und Unabhängigkeit begründet, kann aber laut Eigenangabe in vielen Haushalten nur dann realisiert werden, wenn eine verlässliche Wirtschaftlichkeit der Investition überhaupt gegeben ist.