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Format
Policy Brief
Date
24. März 2026

Mit Wind und Sonne unabhängig von Gas und Öl werden

Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Investitionssicherheit erhalten und Kosteneffizienz der Energiewende steigern

Zusammenfassung

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist von zentraler Bedeutung für die Investitionssicherheit im Bereich der Erneuerbaren Energien. Damit der Wechsel von teurem Öl und Gas hin zur Nutzung heimischer Energie gelingt, muss die EEG-Reform 2026 die internatinal herausragende Stärke des EEG erhalten: sichere Finanzierungskonditionen. Dank sinkender Kosten bei Windkraft und Photovoltaik kann die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bis 2035 um 150 Prozent steigen, während die jährlichen EEG-Kosten um rund zehn Milliarden Euro sinken. Eine Kombination aus PPAs und Differenzverträgen (CfD) verbindet Marktintegration mit staatlicher Absicherung und Abschöpfung bei hohen Preisen. 

Um zu vermeiden, dass Netzanschlüsse zum Flaschenhals werden, sollten verbindliche Mechanismen die Verteilnetzbetreiber dazu veranlassen, Engpässe an stark belasteten Abschnitten bei der Netzmodernisierung zu priorisieren. Gleichzeitig können die Netz- und Systemkosten des weiteren Ausbaus durch eine systemdienliche Auslegung und Technologiedurchmischung deutlich verringert werden.

Kernergebnisse

  1. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist zentral für die Investitionssicherheit von Solar- und Windkraftanlagen.

    Es ermöglicht im internationalen Vergleich herausragend geringe Zinszahlungen und damit geringe Stromerzeugungskosten. Damit der Wechsel von teurem Öl und Gas hin zur Nutzung heimischer Energie gelingt, muss die EEG-Reform 2026 diese Stärke erhalten. Gleichzeitig kann eine bessere Netz- und Marktintegration die Kosteneffizienz des Stromsystems steigern.

  2. Dank sinkender Kosten bei Windkraft und Photovoltaik kann die Stromerzeugung aus Erneuerbaren bis 2035 um 150 Prozent steigen, während die jährlichen EEG-Kosten um rund 10 Mrd. Euro sinken.

    Dazu trägt die Kombination von PPAs und Differenzverträgen bei, indem sie Marktintegration mit staatlicher Absicherung und Abschöpfung bei hohen Preisen verknüpft. Hohe Gaspreise treiben dagegen den Strompreis – vor allem im Winter oder jüngst infolge des Irankriegs. Um die Gasabhängigkeit zu verringern, sollte die Bundesregierung die Ausschreibungen für Wind-an-Land ab 2027 für drei Jahre auf 13,5 GW erhöhen, den Anteil günstiger Solar-Freiflächenanlagen zudem auf 60 Prozent (14 GW) des jährlichen Ausbaus anheben.

  3. Ein stärker bundesweit verteilter Ausbau neuer Anlagen, ein effizienter Mix aus Wind, PV und Batterien und deren systemdienliche Auslegung senken Netz- und Systemkosten.

    Die Aufteilung des PV-Ausbaus auf Dächer und Freiflächen, das Windflächenbeitragsgesetz, das Referenzertragsmodell und regionale Flächenplanung steuern dies bereits. Es braucht jedoch verbindliche Mechanismen, damit Netzbetreiber vorrangig dort modernisieren und ausbauen, wo Engpässe das Netz belasten. Übergangsweise kann für maximal fünf Jahre eine Engpass-Berücksichtigung, zum Beispiel über eine Malus-Regelung in PV-Ausschreibungen, sinnvoll sein.

  4. Mehr Tempo bei Elektrifizierung, Speichern und dynamischen Preissignalen senkt die Kosten für Haushalte, Industrie und Staat.

    Die zusätzliche Flexibilität erhöht die Strommarkterlöse der Erneuerbaren-Anlagen und verringert den Bedarf staatlicher Zahlungen bereits 2030 um 1,6 Mrd. Euro. Durch die Elektrifizierung und systemdienliche Anreize für Dachsolar werden die Netzkosten auf mehr Schultern verteilt, unabhängig vom Geldbeutel.

Bibliographische Daten

Autor:innen
Fabian Huneke, Philipp Godron
Publikationsnummer
401/01-P-2026/DE
Versionsnummer
1.0
Veröffentlichungsdatum

24. März 2026

Seitenzahl
19
Zitiervorschlag
Agora Energiewende (2026): Mit Wind und Sonne unabhängig von Gas und Öl werden. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Investitionssicherheit erhalten und Kosteneffizienz der Energiewende steigern. https://www.agora-energiewende.de/publikationen/mit-wind-und-sonne-unabhaengig-von-gas-und-oel-werden
Projekt
Diese Publikation wurde erstellt im Rahmen des Projektes Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2026.

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