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Format
Pressemitteilung
Date
14. März 2026

Statement von Agora Energiewende zur Veröffentlichung der Treibhausgas-Projektionen des Umweltbundesamts

Einordnung von Julia Bläsius, Direktorin Agora Energiewende Deutschland, zu den heute vom Umweltbundesamt veröffentlichten Emissionsdaten für 2025 und zur offiziellen Prognose der Treibhausgasemissionen für 2030, 2040 und 2045. 

14. März 2026. „Die Treibhausgasprojektionen und die nun veröffentlichten Emissionsdaten für 2025 durch das Umweltbundesamt (UBA) bestätigen: Der Klimaschutz in Deutschland verliert an Tempo. Wie die qualifizierte Schätzung von Agora Energiewende zu Jahresbeginn, zeigen auch die Daten vom UBA eine deutlich geringere Minderung als im Vorjahr von nur noch 0,1 Prozent beziehungsweise eine Millionen Tonnen CO₂-Äq gegenüber 2024. Vor einem Jahr hatte das Umweltbundesamt noch eine Emissionsreduktion von 20 Millionen Tonnen CO₂-Äq für 2025 projiziert. Das ist eine schlechte Nachricht für den Klimaschutz und verlängert Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. 

Mit Blick auf das Klimaziel 2030 zeigt sich, dass es nun dringend zusätzliche, ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen über alle Sektoren hinweg braucht. Der Puffer, den Deutschland für die Klimaziele angelegt hatte, ist laut dem neuen Projektionsbericht fast gänzlich zusammengeschmolzen – von 81 Millionen Tonnen CO₂-Äq auf nun knapp 3,8 Millionen Tonnen CO₂-Äq. Hier muss die Bundesregierung im Klimaschutzprogramm deutlich nachschärfen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören:

  • Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur
  • zusätzliche Ausschreibungen für Windkraft an Land
  • verlässlich sinkende CO₂-Flottengrenzwerte, um die Planungssicherheit für Elektromobilität zu stärken
  • ein wirksamer Mieterschutz im Gebäudemodernisierungsgesetz, der Haushalte vor Mehrkosten beim Heizen schützt, und gleichzeitig Anreize für Vermieterinnen und Vermietern schafft, in klimaneutrale Heizanlagen zu investieren  

Das gilt umso mehr, da die jetzt veröffentlichten Projektionsdaten noch nicht die angekündigten Gesetzesänderungen der neuen Bundesregierung abbilden: Das erneuerte Gebäudemodernisierungsgesetz, die Aufweichung der Flottengrenzwerte für Pkw auf europäischer Ebene, das derzeit diskutierte „Netzpaket“ und die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) können die laut Projektionsdaten wachsende Klimaschutzlücke nochmal deutlich vergrößern und gehören daher auf den Prüfstand. 

Der neue Projektionsbericht bestätigt auch, dass Deutschland sich auf höhere Ausgleichszahlungen für verfehlte EU-Klimaziele einstellen muss. Die Lücke bei den europäischen Klimazielen wächst im neuen Projektionsbericht auf 255 Millionen Tonnen CO₂-Äq (+31 Millionen Tonnen CO₂-Äq im Vergleich zum Vorjahresbericht). Damit würden sich die Ausgleichszahlungen bis 2030 insgesamt auf schätzungsweise 15 bis 38 Milliarden Euro summieren. Statt Milliarden ohne Mehrwert für Zielverfehlungen auszugeben, sollte die Bundesregierung Tempo beim Klimaschutz machen und diese Mittel in den Umstieg auf Erneuerbare Energien fürs Heizen, die Mobilität oder in der Industrie investierten – und damit in eine moderne und resiliente Volkswirtschaft."

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