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Das Stromnetz muss künftig deutlich mehr leisten: Beim Heizen, im Verkehr und in der Industrie löst Strom zunehmend fossile Energien ab.
Folgt der Netzausbau dem bisherigen Ansatz, die Infrastruktur auf jede mögliche Belastungsspitze auszulegen, sind bis 2045 Investitionen von rund 250 Milliarden Euro erforderlich. Eine Kombination von Netzausbau mit innovativen Maßnahmen senkt dagegen die Investitionsbedarfe und begrenzt den Anstieg der Netzentgelte. Das bringt auch die Elektrifizierung voran.
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Jeder vierte Euro für den Netzausbau lässt sich einsparen, vor allem indem Flexibilitätspotenziale stärker in Planung und Betrieb einfließen.
Wärmepumpen, E-Autos, Heim- oder Großbatteriespeicher sind flexible Stromverbraucher: In den allermeisten Fällen können bessere Preisanreize oder netzdienliche Anschlussbedingungen Belastungsspitzen zuverlässig senken. Sichern Netzbetreiber seltene Extremsituationen dazu mit gezielten Steuerungsmaßnahmen ab, können sie in Summe 66 Milliarden Euro an Ausbaukosten einsparen.
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Es gibt keine „One-Size-Fits-All“-Lösung: Je nach Tages-, Jahreszeit und Technologie entlasten unterschiedliche Maßnahmen das Netz.
Preisliche Anreize bewirken an Winterabenden mit hoher Netzauslastung, dass nur E-Autos mit akutem Bedarf laden. Eine dynamische Spitzenkappung begrenzt kurzzeitige Lastspitzen, etwa von PV-Freiflächenanlagen zur Mittagszeit. Ein effizient geplantes und betriebenes Stromnetz braucht einen vielseitigen Werkzeugkasten mit last- und erzeugungsseitig wirkenden Instrumenten.
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Smarte, digital unterstützte Lösungen müssen sich für Netzbetreiber lohnen und zum integralen Bestandteil der Planung werden.
Die Voraussetzungen für mehr Effizienz bei Planung und im Betrieb müssen Bundesregierung und Bundesnetzagentur schaffen. Dafür braucht es Regulierungsanreize, die eine bessere Netzauslastung honorieren, klare Vorgaben und mehr Transparenz bei der Netzausbauplanung und Verbindlichkeit bei der Umsetzung. Wenn ein Wettbewerb um die besten Lösungen entsteht, werden vermutlich noch weitere Effizienzpotenziale gehoben, die heute noch gar nicht berücksichtigt wurden.
Kosteneffizienter Ausbau des Verteilnetzes
Den Ausbautreibern einen Schritt voraus
Einleitung
Netzbetreiber können rund ein Viertel der Ausbaukosten für die Stromverteilnetze einsparen, wenn sie Planung und Betrieb modernisieren. Die neuen Generationen von Verbrauchern und Erzeugern (Erneuerbare Energien, Wärmepumpen, Elektroautos, Batteriespeichern oder strombasierte Industrieprozesse) stellen auch neue Anforderungen an das Stromnetz. Gleichzeitig bietet ein modern betriebenes und geplantes Netz erhebliches Potenzial, Ausbaukosten zu senken. Der größte Hebel für eine kostengünstige Netzversorgung ist dabei die bessere Auslastung der Leitungen und das gezielte Abfangen seltener Lastspitzen, etwa indem die flexible Nachfrage von Wärmepumpen, E-Autos oder Speichern besser genutzt wird.
Rund 250 Milliarden kostet der Netzausbau bis 2045, wenn Betreiber weiter wie bisher planen und bauen. Mit innovativen Betriebsmöglichkeiten, die auch in der Netzplanung berücksichtigt werden, lassen sich rund 66 Milliarden Euro, und damit mehr als jeder vierte Euro, einsparen. Kurz- und mittelfristig schaffen insbesondere einspeiseseitig wirkende Maßnahmen wie Co-Location und Überbauung Zeit und sparen Geld. Ab Mitte der 2030er Jahre löst die Last die Einspeisung als Ausbautreiber im Verteilnetz ab, vor allem durch E-Autos, Wärmepumpen und strombasierte Industrieprozesse. Mit modernen Betriebs- und Planungsansätzen können Netzbetreiber jährlich mindestens zwei Milliarden Euro ab 2030 und fünf Milliarden Euro ab 2035 sparen. Voraussetzung ist, dass Bundesregierung und Bundesnetzagentur den Regulierungsrahmen anpassen, mit differenzierten Preissignalen, gezielter Lastspitzensteuerung und verlässlichen Planungsgrundsätzen. Die Modellierung stammt von Consentec und der FfE im Auftrag von Agora Energiewende.
Kernergebnisse
Bibliographische Daten
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Studie
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Kosteneffizienter Ausbau des Verteilnetzes
Den Ausbautreibern einen Schritt voraus
Grafiken aus dieser Publikation
Den Ausbautreibern einen Schritt voraus – kosteneffizienter Ausbau des Verteilnetzes
Abbildung A von Kosteneffizienter Ausbau des Verteilnetzes auf Seite 6
Entwicklung installierter Leistung je Technologie im Verteilnetz bis 2045
Abbildung B von Kosteneffizienter Ausbau des Verteilnetzes auf Seite 7