• 02.07.2015

Zuwachs bei Erneuerbaren Energien macht Grafenrheinfeld-Aus spielend wett

Wind, Sonne und Co. liefern im ersten Halbjahr 2015 rund 10,6 Terawattstunden mehr als im gleichen Zeitraum 2014. Atomkraftwerk produzierte nur halb soviel.

Erneuerbare Energien ersetzen den wegfallenden Strom des Kernkraftwerks Grafenrheinfelds spielend: Das Plus beim Wind- und Solarstrom im ersten Halbjahr beträgt mehr als das doppelte der Stromproduktion des Kernkraftwerks im gleichen Zeitraum. So speisten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis Juni rund 10,7 Terawattstunden Strom mehr ins Netz ein als im ersten Halbjahr 2014. Dieser Zuwachs reicht rechnerisch, um etwa 5,4 Millionen Haushalte ein halbes Jahr mit Strom zu versorgen. Die Stromproduktion des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld belief sich demgegenüber nur auf etwa 5,3 Terawattstunden. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Stromdaten durch Agora Energiewende.

Die Beobachtung fügt sich in einen längerfristigen Trend ein: Die Produktion von Atomstrom ist zwischen 2010 und 2014 um 43,5 Terawattstunden im Jahr zurückgegangen während die Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien um 55,8 Terawattstunden zulegte.

„Erneuerbare Energien kompensieren den Wegfall des Stroms aus Kernenergie nicht nur komplett, es gibt sogar einen deutlichen Überschuss“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. „Dieses Wachstumstempo muss beibehalten werden, damit 2022, wenn die letzten großen Kernkraftwerke mehr oder weniger gleichzeitig abgeschaltet werden, weiterhin genügend grüner Strom als Ersatz produziert wird.“