Zum Hauptinhalt gehen
Format
Meldung
Date
2. Juni 2014

Effekte regional verteilter sowie Ost-/West-ausgerichteter Solarstromanlagen

Eine Studie von Fraunhofer ISE schätzt die Auswirkungen verschiedener Zubauszenarien von Solarstromanlagen auf das Stromsystem ab.

Würden Photovoltaikanlagen künftig nicht mehr vorzugsweise nach Süden, sondern nach Osten und Westen ausgerichtet sowie gleichmäßiger über die Bundesländer verteilt als bisher, so hätte das erhebliche Vorteile für das Stromsystem: eine gleichmäßigere Einspeisung von Solarstrom, ein geringer Ausbau der Verteilnetze sowie geringere Anforderungen an die übrigen Kraftwerke. Diesen Vorteilen stehen allerdings Mehrkosten für den Strom von Ost-West-Anlagen gegenüber. Um mit Blick auf Ausschreibungen im Rahmen des EEG 3.0 solche Wechselwirkungen besser zu verstehen, sollte ein Teil der Pilot-Ausschreibungen im EEG 2.0 für PV-Frei?ächenanlagen so angelegt werden, dass der systembedingte Wert der Ost-West-ausgerichteten Anlagen im Ergebnis der Auktion Tage tritt. So lautet eine Empfehlung, die aus einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE)  im Auftrag von Agora Energiewende hervorgeht.

In dieser Studie haben die Forscher neben den Effekten von Ost-West-Anlagen auch die Effekte eines gleichmäßigeren Zubaus für das Stromsystems untersucht. Auch hier lassen sich positive Wirkungen beschreiben, so dass eine weitere Empfehlung lautet, bei den Pilotausschreibungen regional differenziert vorzugehen.

Der Bau neuer Solaranlagen folgte bisher dem Prinzip, dass die einzelne Anlage möglichst viele Kilowattstunden Strom produzieren sollte. Die Ursache liegt im Erneuerbare-Energien-Gesetz, das jede produzierte Kilowattstunde Solarstrom – abhängig vom Errichtungsdatum der Anlage – gleich honoriert. Das Ergebnis dieser Regelung: Die Solaranlagen sind mehrheitlich im Süden Deutschlands errichtet worden und die meisten sind nach Süden ausgerichtet.

In Zukunft wird es aber nicht nur darauf ankommen, dass eine Kilowattstunde Strom möglichst günstig produziert wird, sondern auch darauf, sie möglichst günstig ins System zu integrieren. So kann etwa ein weiterer Photovoltaikzubau in Regionen von Bayern, wo bereits heute bereits erhebliche Photovoltaikpotenziale ausgeschöpft sind, hohe Verteilnetzausbaukosten mit sich bringen – im Gegensatz etwa zu Berlin, wo nur 1,5 Prozent der Photovoltaikpotenziale genutzt sind, wie die Autoren der Studie ermittelten. Zudem scheint die Sonne über Deutschland nicht einheitlich, sodass ein geografisch besser verteilter Ausbau die Solarstromerzeugung verstetigen würde.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Neuigkeiten auf der Website? Erhalten Sie regelmäßige Informationen über unseren Newsletter.

Jetzt abonnieren