Ausstieg aus der Braunkohle – was bedeutet das für den deutschen, polnischen und tschechischen Energiesektor?

Agora Online Event (auf Englisch)

  • Webinar
  • 15.09.2020, 10:00 - 11:30

In den drei führenden europäischen Braunkohleländern Deutschland, Polen und Tschechien das sogenannte Braunkohledreieck haben sich in letzter Zeit die Diskussionen über den schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle intensiviert. Die deutsche Kohle-Kommission hat vorgeschlagen, alle Stein- und Braunkohlekraftwerke bis spätestens 2038 stillzulegen, und der Bundestag hat diesen Plan angenommen. Auch in Tschechien wurde eine Kohle-Kommission eingerichtet. Diese wird bis Ende des Jahres festlegen, bis wann das Land aus der Kohle aussteigt. In Polen gibt es zwar noch keine offiziellen Gespräche, aber angesichts der dort schwindenden Braunkohlevorräte wird vielfach darüber diskutiert.

Allerdings reicht es nicht, die nationalen Ausstiegspläne separat zu betrachten, da die Energiesysteme in der EU miteinander verbunden und somit voneinander abhängig sind. Aufgrund der Energiepreise, der Energieströme und der CO2-Emissionen sind die Energiequellen und ihre je spezifische Nutzung für die gesamte Region von Bedeutung. Die Abkehr von der Kohle in einem Land führt nicht zu einem europaweiten Rückgang der Emissionen, wenn die Nachbarländer weiterhin Energie aus Kohle produzieren. Daher ist es wichtig, die Energiepolitik zwischen den Ländern zu koordinieren.

Richtungsweisend für die Diskussion ist hier der Beschluss des Europäischen Rats vom Dezember 2019, die Europäische Union bis 2050 klimaneutral zu machen – net-zero 2050 ist das zentrale Ziel der Strategie Europäischer Grüner Deal 2030. Die COVID-19-Pandemie hat deren Dringlichkeit nur noch verstärkt. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich darauf geeinigt, dass der Europäische Grüne Deal die Grundlage für die wirtschaftliche Erholung nach der COVID-19-Pandemie darstellt. Trotz der Rezession wird die Europäische Kommission unter der Führung von Ursula von der Leyen einen umfassenden Plan vorlegen, um das Klimaziel der EU bis 2030 auf mindestens 50 Prozent und sogar auf 55 Prozent zu erhöhen. Dies bedeutet unweigerlich einen schnelleren Braunkohleausstieg als bisher geplant, da Braunkohle der CO2-intensivste aller fossilen Brennstoffe ist.

Vor diesem Hintergrund haben Agora Energiewende und Forum Energii gemeinsam eine Studie bei Aurora Energy Research in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen des Braunkohleausstiegs in Polen, Tschechien und Deutschland parallel zu untersuchen, die Konsequenzen für den Stromsektor abzuschätzen und folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie wird Versorgungssicherheit nach dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung gewährleistet?
  • Wer wird Strom-Importeur, wer -Exporteur in der Region? Wie werden sich die Stromflüsse verändern?
  • Wie werden sich die CO2-Emissionen verändern?
  • Wie hoch werden die Kosten für das Entfernen von Kohle aus dem Energiemix sein und wie wird sich dies auf die Großhandelspreise für Energie auswirken?

In der Online-Veranstaltung am 15. September haben Dr. Joanna Maćkowiak-Pandera, Direktorin vom Forum Energii, und Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, die Ergebnisse vorgestellt. Außerdem wurden die dem Modell zugrunde liegenden Annahmen näher betrachtet und der Frage nachgegangen, welche Herausforderungen sich aus einem parallelen Ausstieg aus der Braunkohle im deutschen, polnischen und tschechischen Stromsektor ergeben.

PRÄSENTATION
Die Präsentation finden Sie im Download-Bereich weiter unten.

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Details

Ausstieg aus der Braunkohle – was bedeutet das für den deutschen, polnischen und tschechischen Energiesektor?

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15.09.2020 | 10:00 - 11:30

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