Auf dem Weg zum neuen Strommarktdesign: Kann der Energy-only-Markt 2.0 auf Kapazitätsmechanismen verzichten?

Dokumentation der Stellungnahmen der Referenten für die Diskussionsveranstaltung am 17. September 2014

Dokumentation der Stellungnahmen der Referenten für die Diskussionsveranstaltung am 17. September 2014

Sinkende Großhandelspreise und der wachsende Beitrag der Erneuerbaren Energien zur Stromversorgung wirken sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit von fossilen Kraftwerken aus. Die sukzessive Ankündigung von Kraftwerksstilllegungen und die mangelnde Investitionsbereitschaft in neue Anlagen führten in den vergangenen Jahren zu intensiven Diskussionen darüber, wie – gerade auch mit Blick auf den Kernenergieausstieg im Jahr 2022 – jederzeit ausreichende Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann.

Die neue Bundesregierung hat sich einen strukturierten Prozess vorgenommen, an dessen Ende die Verabschiedung eines Marktdesign-Gesetzes stehen soll. Den Auftakt bildete die Veröffentlichung mehrerer Studien für das Bundeswirtschaftsministerium zum zukünftigen Strommarktdesign im Juli 2014. Die übergreifende These der Studien ist, dass Kapazitätsmechanismen überflüssig sind, wenn der existierende Energy-only-Markt gezielt weiterentwickelt und die Nachfrage deutlich flexibilisiert wird – Stromnachfrager werden dann bei hohen bis sehr hohen Börsenpreisen ihre Stromnachfrage reduzieren, um so Angebot und Nachfrage wieder in Einklang zu bringen. Demgegenüber haben etliche Gutachten 2012 und 2013 die Notwendigkeit eines die Versorgungssicherheit gewährleistenden Kapazitätsinstruments betont und hierfür auch Vorschläge vorgelegt.

Agora Energiewende und Energie & Management bieten dieser Debatte wie schon in der Vergangenheit eine öffentliche Plattform. Der vorliegende Reader dokumentiert unsere Konferenz "Auf dem Weg zum neuen Strommarktdesign: Kann der Energy-only-Markt 2.0 auf Kapazitätsmechanismen verzichten?" vom 17. September 2014.

Wir haben die Gutachter des Bundeswirtschaftsministeriums gebeten, ihre zentralen Ergebnisse darzustellen – und zudem die Verfasser der zentralen Kapazitätsmarktvorschläge eingeladen, diese Ergebnisse kritisch zu kommentieren. Dabei widmet sich der erste Teil dieses Readers der Frage, ob ein Kapazitätsmechanismus notwendig ist, während der zweite Teil die verschiedenen Sichtweisen auf die unterschiedlichen Kapazitätsmarktvorschläge dokumentiert.

Wir sind der Überzeugung, dass die intensive Diskussion um Kapazitätsmechanismen in Deutschland in ihrem vierten Jahr in eine neue Phase eintreten sollte. Die bisherige Diskussion war äußerst  fruchtbar – sie ist unter Beteiligung aller Stakeholder und auf hohem Niveau geführt worden. Doch es ist auch deutlich geworden, dass kein Vorschlag für sich in Anspruch nehmen kann, in jeder Hinsicht gelungen zu sein, und auch, dass keiner der Vorschläge katastrophal versagen würde.

Auf dem Weg hin zu politischen Entscheidungen ist es deshalb an der Zeit, Vorfestlegungen zu reflektieren und nüchterner und konkreter als bisher Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der unterschiedlichen Vorschläge und der ihnen jeweils zugrunde liegenden Annahmen zu analysieren. Wir hoffen, mit der Veranstaltung und dem vorliegenden Reader einen Schritt in diese Richtung zu gehen.

Projektleitung

Bibliografische Angaben

  • Autoren

    Dr. Christoph Riechmann, Frontier Economics; Prof. Dr. Felix Höffler, EWI Köln; Ben Schlemmermeier, LBD Beratungsgesellschaft mbH; Andreas Flamm, Entelios AG; Markus Peek, r2b; Julius Ecke, enervis; Dr. Felix Matthes, Öko-Institut

  • Publikationsnummer

    051/05-I-2014/DE

  • Versionsnummer

    1

  • Veröffentlichungsdatum

    09/2014

  • Seitenzahl

    64

  • Zitiervorschlag

    Agora Energiewende 2014: Auf dem Weg zum neuen Strommarktdesign: Kann der Energy-only-Markt 2.0 auf Kapazitäts-mechanismen verzichten? Dokumentation der Stellungnahmen der Referenten für die Diskussionsveranstaltung am 17. September 2014.

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