Nachhaltige Industrie

  • Laufzeit: 06/2018 - 06/2019

Erarbeitung von Rahmenbedingungen für Entwicklung und Markteinführung von Schlüsseltechnologien zur Dekarbonisierung im Dialog mit der Industrie

Im Zentrum dieses Projektes steht die Frage, wie sich Klimaschutz, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie miteinander vereinbaren lassen. Insbesondere die energieintensive Grundstoffindustrie steht in den kommenden Jahrzehnten nicht nur vor der Herausforderung, sich weiterhin im internationalen Wettbewerb mit innovativen Prozessen und Produkten zu behaupten; sie muss zugleich auch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die nationalen und internationalen Klimaschutzziele erreicht werden.

Dabei verfolgt das Projekt zwei konkrete Ziele: Zum einen soll es untersuchen, welche Beiträge unterschiedliche Technologien für eine weitreichende Minderung der Treibhausgasemissionen der Industrie übernehmen können. Dadurch sollen mögliche Wege zur Erreichung des im Klimaschutzplan der Bundesregierung festgelegten Emissionsminderungsziels des Industriesektors für das Jahr 2030 identifiziert werden. Zum anderen soll das Projekt herausarbeiten, welche Rahmenbedingungen und Politikinstrumente geschaffen werden müssen, um Schlüsseltechnologien für eine langfristig klimaneutrale Ausrichtung der Industrie zur Marktreife zu bringen. Ein besonderer Fokus liegt auf Ausgestaltung, Wechselwirkungen sowie Implementierungsfragen und -hürden für die Politikinstrumente und Rahmenbedingungen. Ein enger Bezug zur wirtschaftlichen, industriellen und politischen Praxis wird durch die Einbindung von Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Politik, Ministerien und Zivilgesellschaft gewährleistet.

Das Projekt soll die deutsche Industrie dabei unterstützen, im internationalen Rennen um nachhaltige Produkte und Prozesse mit an der Spitze zu stehen. Zurzeit sind Schweden, Österreich und die Niederlande bei der Planung und Errichtung von Pilotanlagen in zukünftigen Schlüsseltechnologien vielfach bereits einen Schritt weiter als Deutschland. Gründe dafür sind zum Beispiel bessere Rahmenbedingungen für die Erprobung neuer und die Weiterentwicklung existierender industrieller Technologien und Prozesse. Hier gilt es, innovative und wirksame Konzepte zu entwickeln und zu implementieren.

Für eine gute Position in diesem Rennen und damit langfristig für eine globale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist es wichtig, zügig in die strategische Langfristplanung einzutreten. Denn aufgrund der langen Investitionszyklen in vielen Branchen - oftmals 20 Jahre und mehr – wirken Investitionsentscheidungen, die heute getroffen werden, bis in die Mitte des Jahrhunderts und tangieren damit einen Zeitpunkt, für den die Weltgemeinschaft einen weitgehenden Ausstieg aus der Emission von fossilem CO2 und anderen Treibhausgasen vereinbart hat. Die Errichtung von Pilotanlagen und die schrittweisen Markteinführung neuer Technologien ist daher mit Eile und Nachdruck geboten.

Voraussetzung dafür ist ein schlüssiges Konzept, bei dem zwei Aspekte von zentraler Bedeutung sind: Einerseits müssen Förderprogramme und regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Unternehmen auf breiter Basis in die Lage versetzen, im Zukunftsfeld der nachhaltig erzeugten Grundstoffe aktiv zu werden; gleichzeitig muss dabei sichergestellt werden, dass Unternehmen wettbewerbsfähige Investitionsbedingungen in Deutschland vorfinden und die Verlagerung von Treibhausgasemissionen in andere Länder (Carbon Leakage) vermieden wird. Kurzum: Strategien und Anreize zur Sicherung der aktuellen und zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der Industrie dürfen nicht wie derzeit oft der Fall, im Gegensatz zu einander stehen, sondern müssen in einem neuen regulatorischen Rahmen aufeinander abgestimmt werden und sich ergänzen.

Die Zwischenergebnisse dieses Projektes werden in mehreren Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Politik, Ministerien und Zivilgesellschaft diskutiert.

Agora Energiewende arbeitet in dem Projekt mit dem Wuppertal Institut zusammen, für einen Teil der Forschungsarbeiten wurde die Unternehmensberatung Navigant beauftragt, außerdem wird eine Anwaltskanzlei für rechtliche Fragen hinzugezogen. Das Projekt kooperiert zudem mit der Initiative IN4climate.NRW des Wirtschaftsministeriums NRW.

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