FAQ - Häufig gestellte Fragen

Motivation, Ziele, Inhalte

Was ist die Grundidee von Agora Energiewende?

Mit dem endgültigen Aus der Atomkraft und dem spektakulären Wachstum der Erneuerbaren Energien ist Deutschland in eine neue Phase der Energie­wende eingetreten. Die alten Kontroversen sind beendet, über die langfristi­gen politischen Ziele herrscht ein breiter gesellschaftlicher und parteiübergreifen­der Konsens. Es geht nicht mehr um das Ob sondern um das Wie.

Als Pionier hat Deutschland eine Verantwortung vor der Welt, die Ener­giewende zum Erfolg zu führen – als Labor und Zukunftswerkstatt. Dafür bedarf es der Expertise und des Enga­gements aller Beteiligten.

  • Doch worin genau bestehen die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt?
  • Welche Aufgaben sind wirklich wichtig, und in welcher Reihenfolge müssen sie bewältigt werden?
  • Und welche konkreten Lösungsmodelle stehen für das Gemeinschaftswerk Energiewende überhaupt bereit?

Gemeinsam mit relevanten energiepolitischen Akteuren wollen wir uns diesen Fragen widmen. Im Idealfall erreichen wir dabei eine Konvergenz der Positionen – als Voraussetzung für politisches Handeln.

Mit Agora Energiewende wollen die Stiftung Mercator und die European Cli­mate Foundation (ECF) diesen Prozess unterstützen.

Was sind die konkreten Themen, die im Mittelpunkt der Agora stehen?

Die Arbeit von Agora Energiewende konzentriert sich auf den Stromsektor in Deutschland. Wir arbeiten auf der Basis der gesetzlich formulierten Energiewende-Ziele: Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2022 und Erhöhung des Anteils der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung auf mindestens 80 Prozent bis spätestens zum Jahr 2050. Die Schnittstellen zu Europa und zu den Bereichen Wärme und Mobilität behalten wir dabei im Blick.

Im Zentrum stehen folgende Fragen:

  • Stromerzeugung: Wie sehen mögliche Ausbaustrategien und -korridore für die verschiedenen Formen der Erneuerbaren Energien – insbesondere Windkraft und Photovoltaik als Hauptpfeiler der Energiewende – aus und wie passt der konventionelle Kraftwerkspark damit zusammen?
  • Strommarkt und Versorgungssicherheit: Mit welchem Marktdesign schaffen wir den erforderlichen Umbau des Energiesystems und sorgen für eine dauerhaft sichere Stromversorgung?
  • Netze und Speicher: Wie sieht das der Energiewende entsprechende Stromnetz aus und wie speichern wir in Zukunft Energie?
  • Effizienz und Lastmanagement: Wie sieht ein volkswirtschaftlich sinnvolles Anreizsystem zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur Anpassung der Nachfrage an die Stromerzeugung aus?
  • Optimierung des Gesamtsystems: Wie sieht das optimale Zusammenspiel von Erzeugung, Übertragung, Speicherung und Lastmanagement mit Blick auf Klimaverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Gesamtkosten aus?
  • Energiepolitik in Europa: Wie bindet man das deutsche Energiesystem sinnvoll in den europäischen Energiemarkt ein?

Soll Agora Energiewende so etwas wie einen Masterplan entwickeln?

Ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien wird es verschiedene Wege geben. Wir wollen belastbare, wissenschaftlich durchgerechnete Pfade aufzeigen und deutlich machen, welche Folgen damit jeweils verbunden sind. Diese Pfade müs­sen erarbeitet, durchdacht, diskutiert und verstanden werden. Sie müssen in sich stimmig sein. Wir brauchen einen robusten Korridor. Das ist unser Bei­trag zur Energiewende. Und dann muss die Politik entscheiden.

Welche Bedeutung hat die Energiewende in Deutschland aus der europäischen und internationalen Perspektive?

Bis 2050 hat sich Deutschland vorgenommen, die Stromerzeugung praktisch kom­plett auf Erneuerbare Energien umzustellen und den Ausstoß von Treibhaus­gasen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die­ser Zeithorizont und die ambitionierten Ziele machen die Energie­wende zu einem weltweit wegweisenden Unterfangen – und  zum Pro­jekt einer ganzen Generation. Gelingt es, das Energiesystem der viertgröß­ten Volkswirtschaft der Welt komplett umzubauen und zu einer ökonomi­schen Erfolgsgeschichte zu machen, wird davon weltweit eine große Schub­kraft ausgehen.

Funktion, Arbeitsweise, Mandat

Was bedeutet überhaupt Agora?

Die Agora (agorá, altgriechisch ἀγορά) war im antiken Griechenland der zent­rale Versammlungs- und Marktplatz einer Stadt. Sie war zugleich eine bedeutende gesellschaftliche Institution und als solche ein kennzeichnen­des Merkmal der griechischen polis. Hier wurde nicht nur Markt gehalten, son­dern es wurden auch die Geschicke des Gemeinwesens debattiert und verhandelt.

Übertragen auf heute bedeutet das: Agora Energie­wende will einen Ort der Diskussion schaffen, an dem über die zentralen energie­politischen Fragen offen und vertrauensvoll gesprochen wird. 

Wie genau sieht die Arbeit von Agora Energiewende aus?

Wissenschaftliche Expertise bildet die fachliche Grundlage für die Arbeit der Agora. Hierfür stehen ein umfangreiches Forschungsbudget und ein ad hoc mobilisier­bares wissenschaftliches Netzwerk zur Verfügung.

Agora Energiewende will den Boden bereiten, damit in den kommenden Jah­ren in Deutschland die richtigen energiepolitischen Weichen­stellungen erfolgen. Im Mittelpunkt unserer Ar­beit steht daher der Dialog mit wichtigen energiepolitischen Akteuren dar­über, wie die zentralen Ziele der Energiewende erreicht werden können.

Ausgewählte politische Entscheidungsträger aus Bund und Ländern, strategi­sche Köpfe aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, Wissenschaftler sowie weitere Multiplikatoren kommen regelmäßig als Rat der Agora zusammen.

Darüber hinaus finden Fach-Workshops, Tagungen und Konferenzen zu den relevanten Themen statt.

Was konkret macht Agora Energiewende?

Wie erwähnt – im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Rat der Agora. Die Mitglieder des Rates diskutieren gemeinsam, welche konkreten Aufgaben es bei der Energiewende in welcher Reihenfolge zu bewältigen gilt. Dieser offene, vertrauensvolle Austausch soll eine gemeinsame Sichtweise voranbringen.

Grundlage dieser Diskussionen sind Analysen und Studien, die das Team der Agora selbst erstellt oder bei Forschungseinrichtungen in Auftrag gibt. Dabei arbeiten wir schon bei der Formulierung der Forschungsfragen eng mit Wissenschaftlern und Energieexperten zusammen.

Wissenschaft und Forschung sind jedoch kein Selbstzweck – im Vordergrund steht immer der Anwendungsbezug. Deswegen beteiligen wir uns intensiv an der energiepolitischen Debatte: Mit eigenen Veranstaltungen, Expertenanhörungen oder Veröffentlichungen.

Sind die Arbeitsergebnisse von Agora Energiewende öffentlich zugänglich?

Ja. Alle wissenschaftlichen Gutachten und Ergebnisse werden auf dieser Website veröffentlicht. Jeder soll nach­vollziehen können, warum wir welche Schlussfolge­rungen ziehen.

Die Sitzungen des Rats der Agora sind jedoch nicht-öffentlich; sie finden unter Chatham House Rules statt. Das heißt: Äußerungen im Rat sollen nicht namentlich zitiert werden. Dies ist notwendig, damit die Mitglieder des Rats der Agora in den Sitzungen offen und vertrauensvoll miteinander diskutie­ren können.

Es gibt bereits eine Reihe anderer Beratungsgremien zur Energiewende. Was ist der Beitrag von Agora?

Agora Energiewende zeichnet sich durch ein einzigartiges Konzept aus: Aus­gewählte politische Entscheidungsträger aus Bund und Ländern, strate­gische Köpfe aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, Wissenschaftler sowie weitere Multiplikatoren kommen regelmäßig als Rat der Agora zusammen.

Darüber hinaus tauschen wir uns auch mit anderen Initia­tiven aus.

Struktur, Organisation, Finanzierung

Wer leitet Agora Energiewende?

Direktor von Agora Energiewende ist Dr. Patrick Graichen; im Berliner Arbeitsstab steht er einem Team von rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor.

Über welches Budget verfügt Agora Energiewende?

Agora Energiewende verfügt für den Zeitraum 2012 bis 2017 über ein Budget von rund 14 Millionen Euro. Für den Zeitraum von 2017 bis 2021 stehen 15 Millionen Euro zur Verfügung.

Agora Energiewende – das Wichtigste auf einen Blick

Projektlaufzeit2012 bis 2017 (Phase 1) und 2017 bis 2021 (Phase 2)
Budget14 Millionen Euro in Phase 1 und 15 Millionen Euro in Phase 2
Team ca. 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter Leitung von Dr. Patrick Graichen
Rechtsform Programmbereich der Smart Energy for Europe Plat­form (SEFEP) gGmbH

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