Industrie

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Zusammenfassung

Die Energiewende hat nicht nur Bedeutung für die Energiewirtschaft, sondern auch für die Industrie.

Die Energiewende ist dann erfolgreich, wenn Deutschland auch bei wachsenden Anteilen Erneuerbarer Energien ein starker Industriestandort bleibt. Bisher ist dies gut gelungen, denn in den letzten Jahren sind die Erneuerbaren Energien kontinuierlich auf nunmehr etwa 27 Prozent gewachsen, gleichzeitig steht die deutsche Industrie im internationalen Vergleich gut da. Ziel muss es sein, dass dies auch bei einem Erneuerbare-Energien-Anteil von 80 Prozent so bleibt.

Damit das gelingt, sind fünf Faktoren relevant: Erstens müssen – bei gegebenem Ausbaupfad im Bereich der Erneuerbaren Energien – die Kosten des Energiesystems so gering wie möglich gehalten werden. Sowohl beim Ausbau der Erneuerbaren Energien als auch für die Bereitstellung der notwendigen Flexibilitätsoptionen müssen die Kosten so gering wie möglich gehalten werden müssen. Zweitens dürfen die industriellen Stromkosten – insbesondere im Bereich der energieintensiven Industrie – nicht so hoch werden, dass dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie im Vergleich zu Ländern mit einem geringeren Klimaschutzniveau gefährdet werden könnte. Drittens ist Bereich der Energieeffizienz zentral: Eine höhere Energieeffizienz in der Industrie senkt die Energiekostenbelastung für deutsche Unternehmen deutlich und steigert ihre Wettbewerbsfähigkeit. Viertens kann die Industrie durch aktives Lastmanagement selbst zum Anbieter von Flexibilität werden und so am Strommarkt neue Einnahmequellen generieren beziehungsweise verstärkt von den Zeiten mit niedrigen Börsenstrompreisen aufgrund von hohem Wind- und Solarangebot profitieren. Und – last but not least – fünftens kann die Exportnation Deutschland von der Vorreiterrolle Deutschlands im Bereich der Energiewende enorm profitieren. Denn der Markt für Wind- und Solaranlagen boomt und immer mehr Länder der Welt stoßen auf die gleichen Herausforderungen bei der Integration von Wind- und Solarstrom in das Stromsystem. Die in Deutschland in diesem Kontext entwickelten Technologien und das erworbene Know-How kann nun weltweit exportiert werden.

Kernergebnisse

  1. Lastmanagement leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration Erneuerbarer Energien und zur Versorgungssicherheit.

    Je mehr nachfrageseitige und sonstige Flexibilitätsoptionen zur Verfügung stehen, desto größere Mengen an Wind- und Solarstrom können integriert werden. Um bestehende Potenziale zu nutzen und weitere anzureizen, sollten die Rahmenbedingungen verbessert werden.

  2. Stromhändler sollten die Kosten tragen, die durch unausgeglichene Bilanzkreise entstehen.

    Dies ist verursachergerecht und erhöht die Nachfrage nach Lastmanagement durch untertägigen Stromhandel. Dazu muss die derzeitige Ausgleichsenergieregelung überarbeitet werden, unter anderem so, dass auch  die relevanten Kosten der Regelleistungsvorhaltung einbezogen werden.

  3. Der Regelleistungsmarkt sollte so organisiert werden, dass flexible Verbraucher leichteren Zugang bekommen.

    Kalendertägliche Ausschreibungen und stündliche Produkte reduzieren die Markteintrittsbarrieren und erlauben eine bessere Koordination von Regelleistungs- und Spotmärkten.

  4. Präqualifikationsbedingungen und Produktdefinitionen müssen zueinander passen.

    Die Netzentgeltsystematik sollte so weiterentwickelt werden, dass marktdienliches Verbrauchsverhalten möglich wird. Erste Schritte hierfür: Lastanpassungen energieintensiver Betriebe bei sehr niedrigen oder hohen Strompreisen sollten keine nachteiligen Auswirkungen auf ihre Entgeltermäßigungen haben, Lastmanagement bei Regelenergieabruf sollte die Netzentgelte nicht erhöhen.

Aus Studie Aktionsplan Lastmanagement
  1. Effizienz und Flexibilität wachsen zusammen zu einem gemeinsamen Konzept: Flex-Efficiency.

    Denn mit immer mehr Erneuerbaren Energien in der Stromversorgung bekommt Effizienz eine zeitliche Komponente: Wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht, steigen die Strombörsenpreise – und Stromeffizienz wird wertvoller als in Zeiten hoher Erneuerbare Energien-Stromproduktion.

  2. Flex-Efficiency wird zum Paradigma für Design und Betrieb von Industrieanlagen.

    Mit zunehmenden Anteilen von Wind- und Solarstrom werden die Preisschwankungen an der Strombörse steigen. Bei der Entwicklung neuer Industrieanlagen sollten Energieeffizienz und Flexibilität schon heute gemeinsam gedacht werden, um in Zukunft von den Stunden mit niedrigen Preisen zu profitieren.

  3. Die Flexibilitätsmärkte und deren Produkte sollten weiter verbessert werden.

     Marktzugang, Marktstrukturen und die richtigen Produkte (zum Beispiel abschaltbare Lasten und weiteres Demand Side Management) sind entscheidend dafür, dass Marktpreissignale einen aus Systemsicht optimierten und zugleich wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen oder entsprechende Investitionen anreizen.

  4. Investitionen in Flex-Efficiency brauchen eine Kombination von marktlichen und anderen Anreizen.

    Marktpreise generieren gute Anreize für die Optimierung und den Betrieb großer, energieintensiver Anlagen. Sie versagen jedoch oft bei „durchschnittlichen“ Prozessen, Speichern und Querschnittstechnologien. Ergänzende Instrumente sind erforderlich, um dieses Potenzial zu heben.

Aus Studie Flex-Efficiency
  1. Wholesale spot power prices are on the decline in many parts of Europe, and are lowest in Germany and Central Eastern Europe (especially in Poland and the Czech Republic). Meanwhile, prices have been rising in the US.

    Since 2011, spot prices have been decreasing in Europe, except for in the UK, Belgium and the Netherlands. While spot prices in Germany were higher than in the US during 2010-2012, in 2013 they fell below the New York ISO prices, and converged with those of other US regions. In many other European markets, the gap with US prices remains significant.

  2. Wholesale market prices can serve as a starting point for comparing the energy costs of European industries, especially energy-intensive industries. Nevertheless, this approach has inherent limitations:

    (1) Wholesale prices don’t necessarilyaccurately reflect the “energy component” of prices paid by end users, due to differences in purchasing strategies, longtermcontracts and potential price regulation; (2) Several additional components must be taken into account as well (gridtariffs, renewable levies and other taxes), from which industrial actors may receive partial or full exemptions.

  3. While numerous European companies have complained of market distortion due to regulatory favouritism for Germany’s energy-intensive industries,...

    ...caution must be exercised when attempting to directly compare industrial end-use pricesbetween countries and sectors. Against the backdrop of decreasing wholesale prices and increasing exemptionsfor energy-intensive consumers in Germany, several EU member states have argued that domestic regulations inGermany create market distortions that unduly favour German firms. Because firms in different regions and sectorsvary considerably in the extent to which they pay wholesale market prices and/or receive tax exemptions and levyreductions, comparing prices between sectors and countries is a difficult task. The heterogeneity of the situation is notfully and transparently captured by European statistics.

  1. Effizienzrichtlinie und Aktionsplan Energieeffizienz bieten die Chance, Effizienz aus der Nische zu holen.

    Bisher war Energieeffizienz der stiefmütterlich behandelte Teil der Energiewende, obwohl es volkswirtschaft­lich insgesamt kostengünstiger ist, in den nächsten zehn Jahren den jährlichen Strombedarf um 85 TWh und den Brennstoffbedarf im Wärmemarkt um mehr als 900 PJ zu reduzieren.

  2. Bei geeigneten Rahmenbedingungen kann die Energiewirtschaft mit Energieeffizienz mehr Geld verdienen als mit dem Verkaufen von Strom.

    Während die Marge beim Verkaufen von Strom i.d.R. bei wenigen ct/kWh liegt, kann diese durch ein Verlängern der Wertschöpfungskette in Richtung Effizienz gesteigert werden. Hierzu müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

  3. Ein Integrationsmodell aus den verschiedenen Vorschlägen bietet breitmöglichste Akzeptanz.

    Es gibt unter vielen Akteuren ein Set an breit akzeptierten Maßnahmen: Hierzu gehören ein Einsparfonds mit Standardprogrammen und Ausschreibungen, die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung sowie Maßnah­men auf regulatorischer Ebene.

  4. Der Finanzierungsbedarf für Effizienzinvestitionen ist vergleichsweise gering, benötigt aber Stabilität.

    Da haushaltsfinanzierte Programme jährlich zur Disposition stehen, sollte zum einen das KWK­Gesetz zu einem Gesetz für Stromeffizienz weiterentwickelt werden und zum anderen die steuerliche Absetzbarkeit von Maß­nahmen zur energetischen Gebäudesanierung eingeführt werden.

  1. Effizienz und Flexibilität wachsen zusammen zu einem gemeinsamen Konzept: Flex-Efficiency.

    Denn mit immer mehr Erneuerbaren Energien in der Stromversorgung bekommt Effizienz eine zeitliche Komponente: Wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht, steigen die Strombörsenpreise – und Stromeffizienz wird wertvoller als in Zeiten hoher Erneuerbare Energien-Stromproduktion.

  2. Flex-Efficiency wird zum Paradigma für Design und Betrieb von Industrieanlagen.

    Mit zunehmenden Anteilen von Wind- und Solarstrom werden die Preisschwankungen an der Strombörse steigen. Bei der Entwicklung neuer Industrieanlagen sollten Energieeffizienz und Flexibilität schon heute gemeinsam gedacht werden, um in Zukunft von den Stunden mit niedrigen Preisen zu profitieren.

  3. Die Flexibilitätsmärkte und deren Produkte sollten weiter verbessert werden.

     Marktzugang, Marktstrukturen und die richtigen Produkte (zum Beispiel abschaltbare Lasten und weiteres Demand Side Management) sind entscheidend dafür, dass Marktpreissignale einen aus Systemsicht optimierten und zugleich wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen oder entsprechende Investitionen anreizen.

  4. Investitionen in Flex-Efficiency brauchen eine Kombination von marktlichen und anderen Anreizen.

    Marktpreise generieren gute Anreize für die Optimierung und den Betrieb großer, energieintensiver Anlagen. Sie versagen jedoch oft bei „durchschnittlichen“ Prozessen, Speichern und Querschnittstechnologien. Ergänzende Instrumente sind erforderlich, um dieses Potenzial zu heben.

Aus Studie Flex-Efficiency
  1. Effizienz und Flexibilität wachsen zusammen zu einem gemeinsamen Konzept: Flex-Efficiency.

    Denn mit immer mehr Erneuerbaren Energien in der Stromversorgung bekommt Effizienz eine zeitliche Komponente: Wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht, steigen die Strombörsenpreise – und Stromeffizienz wird wertvoller als in Zeiten hoher Erneuerbare Energien-Stromproduktion.

  2. Flex-Efficiency wird zum Paradigma für Design und Betrieb von Industrieanlagen.

    Mit zunehmenden Anteilen von Wind- und Solarstrom werden die Preisschwankungen an der Strombörse steigen. Bei der Entwicklung neuer Industrieanlagen sollten Energieeffizienz und Flexibilität schon heute gemeinsam gedacht werden, um in Zukunft von den Stunden mit niedrigen Preisen zu profitieren.

  3. Die Flexibilitätsmärkte und deren Produkte sollten weiter verbessert werden.

     Marktzugang, Marktstrukturen und die richtigen Produkte (zum Beispiel abschaltbare Lasten und weiteres Demand Side Management) sind entscheidend dafür, dass Marktpreissignale einen aus Systemsicht optimierten und zugleich wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen oder entsprechende Investitionen anreizen.

  4. Investitionen in Flex-Efficiency brauchen eine Kombination von marktlichen und anderen Anreizen.

    Marktpreise generieren gute Anreize für die Optimierung und den Betrieb großer, energieintensiver Anlagen. Sie versagen jedoch oft bei „durchschnittlichen“ Prozessen, Speichern und Querschnittstechnologien. Ergänzende Instrumente sind erforderlich, um dieses Potenzial zu heben.

Aus Studie Flex-Efficiency