Stromspeicher in der Energiewende

Zusammenfassung

Untersuchung zum Bedarf an neuen Stromspeichern in Deutschland für den Erzeugungsausgleich, Systemdienstleistungen und im Verteilnetz

Die Erzeugung von Strom aus Wind- und Solarenergieanlagen richtet sich nach dem Wetter und nicht nach der Nachfrage nach Strom. Daher liegt es nahe, Strom in Zeiten von viel Sonne und Wind zu speichern, um ihn in Zeiten von wenig Sonne und Wind zu verbrauchen. Im Hinblick auf den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien stellt sich daher die Frage, wann wir wie viele Stromspeicher für die Energiewende brauchen. Diese Frage hat Agora Energiewende von einem Konsortium führender Experten untersuchen lassen. Der Schwerpunkt lag dabei auf einer Betrachtung der Kosten des Stromsystems bei einem Ausbau der Erneuerbaren Energien bis zu 90 Prozent in Deutschland. Die Ergebnisse bieten einige auch für Experten spannende Erkenntnisse und regen zu weiteren Untersuchungen an. Um eine weitergehende Diskussion zu unterstützen, sind alle verwendeten Annahmen auf der Website von Agora Energiewende veröffentlicht.


Kernergebnisse

  1. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss nicht auf Stromspeicher warten.

    In den nächsten 10 bis 20 Jahren kann die benötigte Flexibilität im Stromsystem durch andere Flexibilitätsoptionen (zum Beispiel flexible Kraftwerke, Lastmanagement) günstiger bereitgestellt werden als durch neue Stromspeicher. Erst bei sehr hohen Anteilen von Erneuerbaren Energien werden neue Stromspeicher wirklich benötigt.

  2. Der Markt für neue Energiespeicher wird dynamisch wachsen.

    Neue Märkte für Batterien und Power-to-X entstehen insbesondere im Verkehrs- und Chemiesektor. Diese können Flexibilität im Stromsektor als Zusatznutzen anbieten. Forschung und Entwicklung sowie Marktanreizprogramme sind daher auf eine systemunterstützende Integration auszurichten.

  3. Speicher müssen gleichberechtigten Zugang zu Märkten für Flexibilität erhalten.

    Schon heute können Speicher einige Systemdienstleistungen kosteneffizient erbringen. Märkte für Flexibilität – wie der Regelleistungsmarkt oder ein zukünftiger Kapazitätsmarkt – müssen deshalb technologieoffen ausgestaltet werden.

  4. Im Verteilnetz sollten Speicher ein Element im Baukasten der Netzbetreiber werden.

    In speziellen Fällen können netzdienlich eingesetzte Speicher den Netzausbau in der Niederspannungsebene kosteneffizient vermeiden. Der regulatorische Rahmen sollte solche kosteneffizienten Entscheidungen grundsätzlich ermöglichen.

Bibliografische Angaben

Autoren

Prof. Michael Sterner, Martin Thema, Fabian Eckert (FENES) Prof. Albert Moser, Dr. Andreas Schäfer, Tim Drees (IAEW) Prof. Christian Rehtanz, Dr. Ulf Häger, Jan Kays, André Seack (ef.Ruhr GmbH) Prof. Dirk Uwe Sauer, Dr. Matthias Leuthold, Philipp Stöcker (ISEA)

Publikationsnummer

050/10-S-2014/DE

Versionsnummer

1

Veröffentlichungsdatum

09/2014

Seitenzahl

152