Wie kann die Dekarbonisierung des Stromsektors gelingen? Eckpunkte für einen nationalen Kohlekonsens

  • Veranstaltung
  • 13.01.2016, 13:00 - 18:00
lf Schulten

Erstmals haben wir eine Agora-Veranstaltung gefilmt und live bei YouTube ausgesendet.

Ansehen können Sie sich den um Pausen gekürzten kompletten Mitschnitt hier.

Die einzelnen Vorträge der Referenten sind unten im Programm verlinkt.

Die gezeigten Foliensätze können Sie weiter unten im Medien-Bereich als PDFs herunterladen.

Hintergrund der Veranstaltung:

Das Ergebnis der Klimakonferenz in Paris hat gezeigt: Mittelfristig muss die Energieversorgung weltweit ohne Kohle, Öl und Gas auskommen. Auch in Deutschland – Land der Energiewende und traditionelles Kohleland – steht jetzt eine Debatte über den Ausstieg aus der Kohleverstromung an. Denn Kohlekraftwerke sind für etwa 80 Prozent der Treibhausgasemissionen des deutschen Stromsektors verantwortlich. Weitet man den Blick über 2020 hinaus in Richtung 2030 und 2040 zeigt sich, dass die äußerst kontroverse Debatte des Jahres 2015 zum Klimaschutzbeitrag der Stromwirtschaft zur Erreichung des Klimaschutzziels 2020 nur der Auftakt für die eigentliche Herausforderung war. Wenn Deutschland seine im Rahmen der Energiewende für 2030, 2040 und 2050 bereits mehrfach beschlossenen Klimaziele erreichen will, bedeutet dies letztlich den Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Agora Energiewende plädiert dafür, zeitnah über die Zukunft der Kohle einen breiten gesellschaftlichen Konsens herbeizuführen, um nicht – nach dem Muster der Kernenergiedebatte – erneut in einen jahrzehntelangen Fundamentalkonflikt zu geraten. Ein solcher würde die deutsche Energiewirtschaft jahrelang lähmen und Investitionen in neue Technologien blockieren. Es gibt, gerade auch in den betroffenen Regionen, ein wachsendes Bedürfnis nach Klarheit über die zukünftige Energieversorgungsstruktur sowie nach konkreten und konsensfähigen Lösungsvorschlägen für einen geordneten Kohleausstieg. Diese müssen nicht nur den schrittweisen Abschied von der Kohleverstromung adressieren, sondern auch sicherstellen, dass der Industriestandort Deutschland weiter erfolgreich bleibt und Strukturbrüche insbesondere in den Braunkohle-Revieren vermieden werden.

Mögliche Elemente eines Kohlekonsenses, Optionen zur Instrumentierung, Wechselwirkungen mit Europa, energiewirtschaftliche Effekte sowie die strukturpolitischen Auswirkungen in den betroffenen Regionen – diese und andere Themen wurden auf dieser Konferenz mit Vertretern aus der Wissenschaft und betroffenen Regionen erörtert.

PROGRAMM (13:00-17:30 Uhr)

Moderation: Professor Dr. Klaus Töpfer, Vorsitzender des Rats der Agora

Begrüßung
Professor Dr. Klaus Töpfer

Warum wir einen Kohlekonsens brauchen und welche Eckpunkte ein Kohlekonsens umfassen könnte
Dr. Patrick Graichen, Agora Energiewende

Ein Kraftwerkspark im Einklang mit den Klimazielen: Energiewirtschaftliche Auswirkungen eines Kohleausstiegs
Julius Ecke, enervis energy advisors

Impuls-Statements aus Sicht von Wissenschaft und betroffenen Regionen

Kaffeepause

Podiumsdiskussion mit den Referenten, Themen unter anderem:

  • Stromsystem: Welche Rolle spielt die Kohle im Stromsystem der Zukunft?
  • Prozess: Welche gesellschaftlichen und politischen Prozesse braucht es, damit die notwendige Transformation des Stromsektors gelingt?
  • Strukturwandel: Wie kann der Strukturwandel in den betroffenen Regionen langfristig und sozialverträglich gestaltet werden?
  • Europa: Wie ist das Verhältnis zwischen nationaler Energie- und Klimapolitik und EU-Emissionshandel mit Blick auf 2030, 2040 und 2050?

anschließend: Diskussion mit dem Publikum

Zum Ausklang der Veranstaltung gab es einen Imbiss, zu dem alle Teilnehmer herzlich eingeladen waren.