Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2014

Zusammenfassung

Rückblick auf die wesentlichen Entwicklungen sowie Ausblick auf 2015 (Aktualisierung aus 9/2015)

Die Energiewende im Stromsektor entwickelt sich dynamisch. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Stromproduktion aus konventionellen Energieträgern, die Entwicklung von Stromverbrauch und Energieeffizienz, der Stromaustausch mit den Nachbarländern, die Trends
bei den Treibhausgasemissionen, die Entwicklung der Rohstoff- und Strompreise – dies alles unterliegt jährlichen Schwankungen.

Mit der vorliegenden Analyse wollen wir Ihnen einen Rückblick auf die wesentlichen Entwicklungen des Jahres 2014 geben. Zugleich wird der jeweilige Wert des Jahres 2014 in eine längerfristige Zeitreihe eingeordnet, um so Trends zu erkennen. Oft wird dabei der Vergleich mit 2010 (dem Vor-Fukushima-Jahr, in dem das aktuelle Energiekonzept beschlossen wurde) gezogen, teilweise aber auch der Trend seit 2000 (dem Jahr, in dem erstmals der Atomausstieg und das Erneuerbare-Energien-Gesetz beschlossen wurden) oder sogar seit der Wiedervereinigung 1990 dargestellt.

Einige der für 2014 angegebenen Werte sind dabei Schätzungen, da noch nicht alle Daten für das vergangene Jahr vorliegen. Nach unserer Veröffentlichung im Januar präsentieren wir Ihnen hiermit die Aktualisierung auf der Basis von inzwischen weiter validierten Werten. Zudem planen wir für Anfang 2016 wieder einen vergleichbaren Rückblick auf 2015. Hinweise und Anregungen für die Verbesserung dieser Publikation sind daher herzlich willkommen.


Kernergebnisse

  1. Erneuerbare Energien liegen 2014 erstmals auf Platz eins der deutschen Stromerzeugung.

    Erneuerbare Energien legten 2014 nochmals leicht zu und decken inzwischen 27,3 Prozent des inländischen Stromverbrauchs. Sie haben dauerhaft die Braunkohle von Platz eins im Strommix verdrängt.

  2. Der Stromverbrauch ist 2014 mit 2,5 Prozent Rückgang gesunken – während gleichzeitig die Wirtschaft um etwa 1,6 Prozent wuchs.

    Damit setzt sich der seit 2007 beobachtete fallende Verbrauchstrend weiter fort, bei gleichzeitig wachsendem Bruttoinlandsprodukt. Die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Stromverbrauch scheint in den letzten Jahren insofern zu gelingen.
     

  3. Steinkohle und Erdgas sind die Verlierer im Strommix.

    Nachdem bereits die Gaskraftwerke auf das Niveau der KWK-Stromerzeugung reduziert wurden, werden als Nächstes nun im Zuge der Energiewende alte Steinkohlekraftwerke verdrängt. Braunkohlekraftwerke produzieren hingegen weiterhin auf hohem Niveau.

  4. Die Treibhausgasemissionen sind 2014 deutlich gesunken.

    Sie haben aktuell das zweitniedrigste Niveau seit 1990 erreicht. Ursachen hierfür waren der milde Winter Anfang 2014 sowie die deutlich gesunkene Kohleverstromung.