Zukunft der Kohleverstromung

  • Klimaschutz
  • Stromerzeugung
  • Grundsatzfragen
  • Deutschland
  • Europäische Union
  • Laufzeit: 06/2014 - 10/2017
© Arnd Drifte - Fotolia
Braunkohle Tagebau bei Garzweiler

Zusammenfassung

Trotz des enormen Zubaus Erneuerbarer Energien in den vergangenen Jahren verfügen Braun- und Steinkohle immer noch über einen Anteil von etwa 43 Prozent an der deutschen Stromerzeugung. Sie verursachen damit 78 Prozent der strombedingten CO2-Emissionen (Zahlen für 2014). Deutschland droht nicht zuletzt deshalb seine selbst gesetzten Klimaschutzziele und damit die der Energiewende insgesamt zu verfehlen. Der künftige Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ebenso national gesetzlich geregelt, wie der Ausstieg aus der Kernenergie. Die klimabelastende Kohleverstromung dagegen soll bisher allein durch das EU-weite Instrument des CO2-Zertikatehandels zurückgedrängt werden. Wegen eines anhaltend großen Überangebots an CO2-Zertifikaten entfaltet der europäische Emissionshandel jedoch gegenwärtig und absehbar auch in den kommenden zehn Jahren keine entsprechende Lenkungswirkung.

In Deutschland wird deshalb intensiv über die Perspektive der Kohleverstromung in Zeiten des Klimawandels debattiert. Die Bundesregierung will, wie andere EU-Mitgliedstaaten, den EU-Emissionshandels durch nationale Instrumente zur Begrenzung der Kohleverstromung flankieren. Dabei gibt es in der langen Perspektive eine weitgehende Einigkeit zwischen allen Beteiligten, dass die Kohleverstromung in Deutschland umso mehr an Bedeutung verlieren wird, je weiter die Energiewende fortschreitet. Agora Energiewende arbeitet mit dem Projekt an einem wirtschafts- und sozialverträglichen Kohlekonsens im Rahmen der Energiewende. Der angestrebte Kohlekonsens soll helfen, eine jahrzehntewährende Verhärtung und gegenseitige Blockade der unterschiedlichen Interessen – wie im Fall der Auseinandersetzungen um die Kernenergie – zu vermeiden.

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