Deutsch-Nordische Integration: Effekte für Wirtschaft und Klimaschutz

  • Optimierung des Gesamtsystems
  • Netze
  • Deutschland
  • Nordische Länder
  • Laufzeit: 08/2014 - 06/2015
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Norwegian Transmission Tower

Zusammenfassung

Das Stromsystem in Nord- und Kontinentaleuropa ist durch zunehmende Anteile fluktuierender, erneuerbarer Erzeugung charakterisiert. Die Transformation des elektrischen Versorgungssystems beinhaltet sowohl mehr Flexibilitäten als auch Backup-Kapazitäten, um den Anstieg fluktuierender Erzeugung aufzunehmen und überregional auszugleichen. Aufgrund der komplementären Erzeugungsmixe führt eine verstärkte Integration des nordischen und des deutschen Stromsystems zu positiven Effekten in Bezug auf Erzeugung als auch auf makroökonomischer Ebene (Wohlfahrt). Auf diese Weise können überregionale Glättungseffekte bei der Einspeisung von fluktuierenden Erneuerbaren (insbesondere der Windenergie und Photovoltaik), Export von Erzeugungsüberschüssen sowie Backup-Kapazitäten aufgrund des hohen Wasserkraftanteils in Norwegen und Schweden zur effizienten Systemintegration genutzt werden.

Ziel dieses gemeinsamen Projektes von Agora Energiewende und Global Utmaning ist eine Analyse und Diskussion der ökonomischen Auswirkungen und der Klimaeffekte durch eine verstärkte Integration des nordischen und des deutschen Stromsystems.

Die Studie kombiniert eine quantitative Analyse des Stromsystems (Arbeitspaket 1) mit einer qualitativen Analyse der makroökonomischen Verteilungseffekte (Arbeitspaket 2). Eine verstärkte Integration bedeutet hierbei insbesondere eine Erhöhung der grenzüberschreitenden Übertragungskapazität zwischen Deutschland und den nordischen Ländern. Um die möglichen Pfade unterschiedlicher Entwicklungen in den Ländern abzubilden, stellt den Ausgangspunkt der Analyse eine sorgfältig ausgewählte Anzahl von Szenarien dar. Arbeitspaket 1 beinhaltet eine quantitative Analyse der Kosten, Preiseffekte und Handelsflüsse im Rahmen einer Marktsimulation. Die Quantifizierung der Kosten umfasst die Investitionskosten in zusätzliche Netzinfrastruktur. Die positiven Effekte einer höheren Marktintegration beinhalten Einsparungen bei Brennstoff- und CO2-Kosten sowie (vermiedene) Abregelungen Erneuerbarer-Energie-Anlagen als auch vermiedene Treibhausgasemissionen. Arbeitspaket 2 der Studie geht auf die resultierenden makroökonomischen Effekte aus qualitativer Perspektive ein. Dies umfasst sowohl Verteilungseffekte zwischen den Ländern als auch zwischen den verschiedenen Stakeholdern (z.B. Produzenten, Haushalte, Industrie) innerhalb eines Landes. Der Beitrag dieses Projektes besteht in der Kombination aus mikroökonomischer und makroökonomischer Analyse zum Thema europäische Marktintegration.