Stromnetzentgelte reformieren

  • Netze
  • Regulierung und Transparenz
  • Flexibilität
  • Deutschland
  • Laufzeit: 02/2014 - 11/2014
© Agora Energiewende/Rocco Bittner
Während auf dem Land durch den Zubau von Erneuerbare Energien die Verbraucher immer mehr für die Stromnetze zahlen, stagnieren die Entgelte in städtischen Regionen. Das wirft Fragen der Verteilungsgerechtigkeit auf.

Zusammenfassung

Mehr als 17 Milliarden Euro werden jährlich für Netze aufgebracht. Die Finanzierung durch die Verbraucher droht in eine Schieflage zu geraten: Während in ländlichen Regionen durch den Zubau an Erneuerbare-Energien-Anlagen die schon hohen Belastungen der dortigen Verbraucher weiter steigen, stagnieren die Entgelte in städtischen Regionen. Ähnliche Verteilungsfragen sind zwischen einzelnen Kundengruppen wie Haushaltskunden und privilegierten Industriekunden oder Verbrauchern mit Eigenerzeugungsanlegen zu beobachten.

Die Systematik als auch die Unstimmigkeiten der bisherigen Netzentgelt-Systematik zur Energiewende sind Gegenstand dieses Projektes. In der Studie werden die Grundsätze der Entgeltsystematik erläutert und die Kostenallokation an Verbraucher, Erzeuger und Händler diskutiert. Zentrale Ergebnisse sind, dass das System nicht grundsätzlich falsch ist, jedoch aufgrund mangelnder Transparenz – insbesondere die Ausnahmeregelungen - nicht umfänglich bewertet werden können. Darüber hinaus wird erörtert warum eine Abschaffung der so genannten vermiedenen Netzentgelten, d.h. die systematischen Auszahlungen an dezentrale Einspeisung zu empfehlen, welcher Ausgleichsmechanismus zwischen Land und Stadt nachhaltig und wie Flexibilität in der Netzentgeltstruktur zukünftig zu berücksichtigen ist