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  • 11.12.2014

Spielregeln für Strommärkte und Versorgungssicherheit

Marktdesign und grenzüberschreitende Zusammenarbeit tragen zur Versorgungssicherheit mit Strom bei. Agora Energiewende legt Impulspapier für Pentalaterales Energieforum vor

Der Ausbau Erneuerbarer Energien in Europa erhöht die Anforderungen an die Flexibilität des Stromsystems. Während früher große, zentrale Kraftwerke ihre Stromerzeugung kontinuierlich an die Nachfrage angepasst haben, geht es heute darum, das Stromangebot und die Stromnachfrage mit einer Vielzahl von Stellschrauben in Einklang zu bringen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, das hohe Maß an Versorgungssicherheit mit Strom auch künftig zu gewährleisten.

Wie effizient sich Versorgungssicherheit herstellen lässt, hängt wesentlich vom Design der Strommärkte ab. Über deren künftige Ausgestaltung wird daher gegenwärtig in vielen EU-Staaten diskutiert. Ein wesentlicher Hebel für die effektive und effiziente Bereitstellung von Versorgungssicherheit liegt dabei in der Zusammenarbeit benachbarter Länder. Vor diesem Hintergrund hat das so genannte „Pentalaterale Energieforum“ - eine Initiative von Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz – seine Aktivitäten mit Blick auf die Versorgungssicherheit intensiviert. Auch werden im Pentalateralen Forum derzeit die Bedingungen für ein optimiertes Regelwerk diskutiert, auf dessen Grundlage die Strommärkte künftig zusammenspielen können.

Die Optionen für ein derartiges Regelwerk hat Agora Energiewende nun für ein Impulspapier aufgearbeitet. Es befasst sich mit den Ausgestaltungsmöglichkeiten von Day-Ahead und Intraday-Märkten sowie von Märkten für Regelenergie und von Kapazitätsmärkten. Dabei werden die technischen Flexibilitätsanforderungen zukünftiger Stromsysteme berücksichtigt.

Das Impulspapier betont dabei die folgenden vier Erkenntnisse:

•        Versorgungssicherheit ist nicht nur „Wie viel Kapazität?“, sondern auch „Welche Art von Kapazität?“ Das Stromsystem der Zukunft erfordert einen Mix aus flexiblen Ressourcen.

•        Die Güte der Versorgungssicherheit sollte auf länderübergreifender Ebene beurteilt werden. Dadurch sinken die Kosten und der Flexibilitätsbedarf.

•        Die Reform des Energy-only-Marktes (EOM 2.0) lohnt in jedem Fall („No-Regret-Maßnahme“). Sie hilft dabei, Flexibilitätsanforderungen zu reduzieren und eröffnet die Möglichkeit, den ökonomischen Wert von Flexibilitätsmaßnahmen besser zu beziffern.

•        Sollte Versorgungssicherheit durch Kapazitätsmechanismen adressiert werden, so muss ein Hauptaugenmerk auf den technischen Fähigkeiten der Kapazitäten („capability“) liegen.

Das in englischer Sprache erstellte Papier wurde von den Strommarktexperten des Regulatory Assistant Projects im Auftrag von Agora Energiewende verfasst.