• 02.06.2014

EEG-Umlage mit Spotmarktpreisen variieren

Gutachten von Ecofys schlägt Dynamisierung der EEG-Umlage vor. Das soll die Stromnachfrage flexibilisieren, negative Strompreise bekämpfen und Eigenverbrauchs-Kraftwerke in den Strommarkt einbinden. Teilnehmen sollen zunächst nur Großverbraucher, Haushalte sind außen vor.

Nur ein kleiner Teil des Strompreises der Endkunden unterliegt den Einflüssen der Strombörse. Die weit überwiegenden Bestandteile des Strompreises sind festgeschrieben, unter anderem die Umlage für Strom aus Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage). Selbst ein sehr niedriger oder gar negativer Strombörsenpreis zu manchen Stunden gibt daher Verbrauchern kaum einen Anreiz, ihren Verbrauch in diese Zeiten zu verlagern. Für den Erfolg der Energiewende kann ein solches Lastmanagement jedoch zu einem entscheidenden Faktor werden.

Ein Gutachten von Ecofys im Auftrag von Agora Energiewende empfiehlt daher, die bislang fixe EEG-Umlage künftig an den Spotmarktpreis von Strom zu koppeln. In Stunden mit hohen Spotmarktpreisen müssten dann auch hohe EEG-Umlagen bezahlt werden, in Stunden mit niedrigen Spotmarktpreisen hingegen niedrige EEG-Umlagen. In Summe soll die erhobene EEG-Umlage den heutigen Werten entsprechen. Die Gutachter Prof. Dr. Christian Nabe und Marian Bons schlagen vor, dass die Dynamische EEG-Umlage zunächst nur für Großverbraucher gelten sollte, deren Strombezug alle 15 Minuten gemessen wird. Für Haushalte kommt das System vorerst nicht infrage.

„Bislang profitieren Unternehmen davon, wenn sie einen möglichst gleichmäßig hohen Stromverbrauch haben“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. „Aus Sicht der Energiewende ist aber gerade das Gegenteil sinnvoll – ein möglichst flexibler Stromverbrauch. In diese Richtung zielt die von uns vorgeschlagene Dynamisierung der EEG-Umlage. Sie kann kurzfristig zu einer Optimierung des Verbrauchsverhaltens von großen Stromverbrauchern führen. Schließlich können Unternehmen damit erheblich mehr Geld als heute sparen, wenn sie ihren Strombezug in Zeiten niedriger Börsenstrompreise und damit auch niedriger EEG-Kosten verlegen.“

Eine Verschiebung von Stromnachfrage in Zeiten mit hohem Stromangebot wirkt nicht nur negativen Strompreisen, die zuletzt immer wieder an der Strombörse auftraten, entgegen. Sie gibt Unternehmen auch Anreize, ihre eigenen Kraftwerke in Abhängigkeit vom Strommarkt zu betreiben – also einzuschalten, wenn die Preise an der Strombörse hoch sind und auszuschalten, wenn sie niedrig sind. Bisher lohnt sich die Versorgung mit Eigenstrom immer, weil Unternehmen durch neben dem Stromeinkauf vor allem die Zahlung der EEG-Umlage vermeiden können.

„Die Dynamische EEG-Umlage wirkt negativen Strompreisen entgegen und bindet Kraftwerke zur Eigenversorgung mit Stromsystem ein. Beide Elemente vermindern die Kosten der Energiewende und tragen zugleich dazu bei, dass die hohe Versorgungssicherheit in Deutschland auch langfristig gewahrt bleibt“, sagt Graichen. „Mit Blick auf die nächste EEG-Novelle, die schon 2016 ihren Lauf nehmen wird, sollte der Bundestag schon jetzt eine Verordnungsermächtigung für einen Pilotversuch zum Test der Dynamischen EEG-Umlage beschließen.“